Portfolio Performance Erfahrungsbericht: Warum ich mein gesamtes Vermögen seit 2021 damit tracke

Portfolio Performance Erfahrungsbericht: Warum ich mein gesamtes Vermögen seit 2021 damit tracke

Portfolio Performance Erfahrungsbericht: Warum ich mein gesamtes Vermögen seit 2021 damit tracke

Fast jede Zahl, jede Grafik und jede Tabelle, die du auf dieser Website siehst – auf Meine Strategie / Portfolio, bei den Dividendeneinnahmen, den P2P-Einnahmen und im Projekt Schuldenfrei – kommt aus ein und demselben Tool: Portfolio Performance. Seit 2021 tracke ich damit mein komplettes Vermögen über mittlerweile zwei Depots, vier P2P-Plattformen, ein Optionsdepot und eine kleine Krypto-Position. Zeit für einen ehrlichen Erfahrungsbericht nach 5 Jahren.

Vorweg der wichtigste Punkt: Das ist kein Affiliate-Artikel. Portfolio Performance ist komplett kostenlos, Open Source, und ich verdiene an dieser Empfehlung keinen Cent. Ich schreibe darüber, weil ich das Tool seit Jahren fast täglich nutze und es meiner Meinung nach zu wenig bekannt ist – gerade im Vergleich zu den vielen kostenpflichtigen Alternativen.

Was ist Portfolio Performance?

Portfolio Performance ist eine kostenlose, quelloffene Software zur Verwaltung und Analyse von Wertpapier-Depots. Das Projekt wurde 2012 von Andreas Buchen gestartet und wird heute von einer großen Open-Source-Community mit hunderten Mitwirkenden weiterentwickelt. Lizenziert ist es unter der Eclipse Public License – der Quellcode ist also für jeden einsehbar, komplett werbefrei und ohne versteckte Kosten.

Kurz zusammengefasst:

  • Plattformen: Desktop-Anwendung für Windows, macOS und Linux. Seit einiger Zeit gibt es zusätzlich eine offizielle mobile Begleit-App für iOS und Android (dazu unten mehr).
  • Kernfunktion: Alle Depots, Konten und Anlageklassen an einem Ort zusammenführen und die tatsächliche Rendite berechnen – über Broker- und Plattformgrenzen hinweg.
  • Datenhaltung: Alles läuft lokal auf deinem Rechner. Es gibt keinen Cloud-Zwang und keinen Account, den du irgendwo anlegen musst.

Mein Setup: Seit 2021 mein komplettes Vermögen an einem Ort

Ich habe 2019 gebaut und mein heutiges Portfolio tracke ich konsequent mit Portfolio Performance seit 2021 – seitdem kamen immer wieder neue Plattformen und Anlageklassen dazu. Aktuell (Stand August 2026) sieht mein Setup so aus:

  • 2 Wertpapierdepots: mein ING-Depot (zu 100 % ETFs) und ein gemischtes ETF-/Aktien-Depot bei Scalable Capital
  • 4 P2P-Plattformen: Mintos, Swaper, Peerberry und Go & Grow (ehemals Bondora)
  • 1 Optionsdepot mit LEAPS und kurzlaufenden US-T-Bills als Cash-Reserve
  • Krypto: eine kleine Position in Bitcoin und Ethereum

Der eigentliche Punkt ist: All das läuft in einer einzigen Datei. Ich muss nicht fünf verschiedene Apps öffnen und Zahlen von Hand in eine Excel-Tabelle übertragen, um zu wissen, wie mein Gesamtvermögen dasteht. Portfolio Performance zieht die aktuellen Kurse automatisch, verrechnet alle Konten miteinander und liefert mir am Ende genau die Kennzahlen, die auf Meine Strategie / Portfolio stehen: aktuell eine Gesamtsumme von 182.228,40 €, eine kumulierte True-Time-Weighted Rate of Return von 71,38 % und einen internen Zinsfuß von 11,82 %. Diese Zahlen sind kein Näherungswert, den ich mir selbst zusammengerechnet habe – sie kommen direkt aus der Software.

So sieht das bei mir konkret aus – mein Gesamtportfolio-Dashboard mit allen Kennzahlen, Risikokennzahlen, der kompletten Performance-Berechnung als Wasserfall und Renditen-Heatmaps auf einen Blick:

Portfolio-Performance-Dashboard mit Kennzahlen, Risikokennzahlen und Renditen-Heatmaps für das Gesamtportfolio

Wer so ein Dashboard zum ersten Mal sieht, merkt sofort: Das ist unheimlich mächtig – aber auch auf den ersten Blick ordentlich viel. Genau diese Kombination aus Tiefe und Komplexität ist der Grund, warum ich später bei den Nachteilen ehrlich von einer steilen Lernkurve spreche. Ähnlich dicht wird es beim langfristigen Blick auf die Vermögensentwicklung: eine einzige Grafik mit Gesamtsumme, investiertem Kapital und allen Anlageklassen einzeln als Linie, seit 2021 bis heute:

Vermögensentwicklung meines Gesamtportfolios seit 2021 in Portfolio Performance, aufgeteilt nach Depots, P2P, Optionen und Krypto

Die Funktion, die für mich den Unterschied macht: PDF-Import

Der mit Abstand größte Zeitfresser bei jedem Multi-Broker-Setup ist die Dateneingabe. Genau hier liegt für mich die Stärke von Portfolio Performance: Die Software kann Kauf-, Verkaufs- und Dividendenabrechnungen direkt aus den PDF-Dokumenten von mittlerweile über 90 Banken und Brokern auslesen und automatisch als Buchung importieren – ich muss also keine einzelne Transaktion manuell abtippen. Die Liste der unterstützten Institute wird von der Community laufend gepflegt und im Forum diskutiert; taucht ein neuer Broker auf, für den es noch keinen Importer gibt, wird meist zeitnah einer gebaut.

Bei mir läuft das so ab: Kontoauszug oder Abrechnung als PDF herunterladen, in Portfolio Performance ziehen, kurz die erkannte Buchung gegenprüfen, fertig. Für zwei Depots und vier P2P-Plattformen ist das ein überschaubarer, aber ehrlich gesagt nicht ganz automatischer Aufwand – ein direkter Bank-Sync wie bei manchen kostenpflichtigen Web-Apps fehlt. Der Kompromiss aus Aufwand und Datenkontrolle ist für mich trotzdem klar die richtige Wahl.

TTWROR vs. interner Zinsfuß – zwei Zahlen, eine handfeste Entscheidung

Portfolio Performance berechnet standardmäßig zwei unterschiedliche Renditekennzahlen, und der Unterschied zwischen beiden ist für mich nicht nur Theorie, sondern hat tatsächlich eine Finanzentscheidung beeinflusst:

  • True-Time-Weighted Rate of Return (TTWROR): misst die reine Wertentwicklung des Portfolios, unabhängig davon, wann und wie viel ich ein- oder ausgezahlt habe. Gut geeignet, um die Performance mit einem Index zu vergleichen.
  • Interner Zinsfuß (IZF, auch Internal Rate of Return / IRR): berücksichtigt zusätzlich Zeitpunkt und Höhe meiner eigenen Einzahlungen und zeigt damit meine persönlich erzielte Rendite.

Portfolio Performance berechnet beide Kennzahlen automatisch für jede einzelne Position – nicht nur fürs Gesamtportfolio:

Wertpapier-Performance-Tabelle in Portfolio Performance mit TTWROR und IZF je einzelner Position

Warum das mehr als Kennzahlen-Pedanterie ist: Wir haben einen Hauskredit mit 2,33 % Zinssatz. Mein Portfolio-IZF liegt seit 2021 bei 11,82 %. Weil Portfolio Performance mir diese Zahl sauber und nachvollziehbar liefert, stecke ich freies Kapital bewusst in mein Portfolio statt in zusätzliche Sondertilgungen – die reguläre Tilgungsrate läuft dabei ganz normal weiter. Die ausführliche Rechnung und den laufenden Vergleich Portfolio-IZF vs. Restschuld dokumentiere ich transparent im Projekt Schuldenfrei.

So nutze ich es für Dividenden- und P2P-Tracking

Die monatlichen Auswertungen auf Dividendeneinnahmen und P2P-Einnahmen – inklusive aller Grafiken zum Jahres- und Monatsvergleich – exportiere ich direkt aus Portfolio Performance. Jede einzelne Ausschüttung, die dort in den Monatsberichten auftaucht (bis hinunter zu einzelnen Positionen wie "Realty Income 10,71 €"), stammt aus der Transaktionshistorie der Software. Wenn du wissen willst, wie sich das im Alltag konkret anfühlt, sind diese beiden Seiten das ehrlichste Beispiel, das ich dir geben kann – dort siehst du nicht nur das Ergebnis, sondern auch, wie granular sich damit auswerten lässt. Genau so eine Grafik – die monatlich akkumulierten Dividenden je Jahr im direkten Vergleich – exportiere ich zum Beispiel für die Dividendeneinnahmen-Seite:

Monatlich akkumulierte Dividenden je Jahr im Vergleich, direkt aus Portfolio Performance exportiert

Die mobile Begleit-App

Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal mit Portfolio Performance angefangen habe, war die Software strikt Desktop-only. Das hat sich geändert: Es gibt inzwischen eine offizielle mobile App für iOS und Android, die als Begleiter zur Desktop-Version gedacht ist. Der Clou dabei: Es gibt keinen eigenen Server von Portfolio Performance. Die App synchronisiert deine Portfolio-Datei stattdessen über deinen eigenen Cloud-Speicher (z. B. iCloud, Google Drive oder OneDrive), die Datei selbst ist AES-256-verschlüsselt. Für mich als jemand, der bei Finanzdaten lieber zu viel als zu wenig Kontrolle hat, ist das genau der richtige Ansatz – auch wenn ich persönlich fast ausschließlich am Desktop arbeite und die App eher gelegentlich für den schnellen Blick zwischendurch nutze.

Vor- und Nachteile nach 5 Jahren

Vorteile

  • Komplett kostenlos – keine Lizenzgebühren, keine Werbung, keine Paywall für einzelne Features
  • Alles an einem Ort – Depots, P2P-Plattformen, Optionen und Krypto in einer einzigen Übersicht
  • PDF-Import von 90+ Banken/Brokern spart im Vergleich zu manueller Eingabe enorm viel Zeit
  • Saubere Kennzahlen (TTWROR und IZF), auf die ich mich für echte Entscheidungen verlassen kann
  • Lokale Datenhaltung – meine Finanzdaten liegen bei mir, nicht in irgendeiner Cloud eines Anbieters
  • Aktive Community im Forum, gerade bei Problemen mit einzelnen Bank-Importern sehr hilfreich

Nachteile

  • Steile Lernkurve am Anfang – wer noch nie mit doppelter Buchführung/Depotverwaltung zu tun hatte, braucht ein paar Wochenenden Einarbeitung
  • Kein automatischer Bank-Sync – PDF-Import ersetzt keine echte Kontoverbindung, du musst Auszüge selbst herunterladen und importieren
  • Zweckmäßiges, aber technisches Interface – Portfolio Performance sieht eher nach Fachsoftware als nach moderner Web-App aus
  • Neue Broker brauchen manchmal Geduld – bis ein PDF-Importer für eine ganz neue Bank in der Community entsteht, kann es dauern

Für wen ist Portfolio Performance geeignet – und für wen nicht?

Gut geeignet für dich, wenn du...

  • mehrere Depots oder Plattformen hast und eine ehrliche Gesamtübersicht willst
  • Wert auf lokale Datenhaltung statt Cloud-Zwang legst
  • bereit bist, einmalig ein paar Stunden in die Einrichtung zu investieren

Eher nicht die richtige Wahl, wenn du...

  • nur ein einziges Depot bei einem Broker hast (dessen eigene App reicht dann oft aus)
  • eine Lösung suchst, die sich komplett von selbst und ohne jeden manuellen Import aktualisiert
  • generell wenig Geduld für Einarbeitung in neue Software mitbringst

Praktische Tipps für den Einstieg

  1. Klein anfangen: Beginne mit einem Depot und wenigen Wertpapieren, bevor du alles auf einmal importierst.
  2. PDF-Import zuerst testen: Probiere den Import mit ein, zwei Abrechnungen deiner Hauptbank aus, bevor du dich an die komplette Historie setzt.
  3. Forum nutzen: Bei Problemen mit einem bestimmten Broker hilft ein kurzer Blick ins Portfolio-Performance-Forum fast immer weiter.
  4. Regelmäßig Backups machen: Da alles lokal liegt, bist du selbst für Backups deiner Datei verantwortlich – ich sichere meine z. B. zusätzlich in der Cloud.

Portfolio Performance vs. Alternativen

Die naheliegendste kostenlose Alternative ist Excel oder Google Sheets – vollständig flexibel, aber du musst Kursdaten, Renditeberechnung und Import komplett selbst bauen und pflegen. Webbasierte Tools wie Parqet oder dividendenfokussierte Apps wie Divvydiary sind moderner und einfacher zu bedienen, dafür sind die vollen Funktionen meist kostenpflichtig und deine Depotdaten liegen auf einem fremden Server. Die App deines Brokers ist am einfachsten, funktioniert aber naturgemäß nur für dieses eine Depot – bei mehreren Banken und Plattformen bringt sie dich nicht weiter.

Portfolio Performance ist für mich der Punkt dazwischen: mehr Aufwand als eine fertige Web-App, aber kostenlos, plattformübergreifend und mit meinen Daten komplett bei mir.

Mein Fazit nach 5 Jahren

Portfolio Performance ist für mich einer der besten kostenlosen Geheimtipps für alle, die es mit ihren Finanzen ernst meinen. Die Einarbeitung braucht Zeit, aber genau diese Software liefert die Zahlen und Grafiken hinter praktisch jeder Seite auf dieser Website. Wenn du mehrere Depots oder Plattformen jonglierst und endlich eine ehrliche Gesamtübersicht willst, kann ich dir nur raten: Lade dir die Software kostenlos auf portfolio-performance.info herunter und probiere es mit einem Depot aus.

Hast du Fragen zu Portfolio Performance oder wie ich es konkret nutze? Schreib mir gerne auf Instagram: @cashflow_panda!

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