ETF Sparplanrechner
Visualisiere deinen langfristigen Vermögensaufbau mit monatlicher Sparrate und Zinseszins.
Wer Geld investiert, sollte sich den Zinseszinseffekt zunutze machen. Je länger der Zeitraum, desto stärker kommt er zum Tragen. Mit meinem Sparplanrechner kannst du kalkulieren, wie sich dein Kapital über einen bestimmten Anlagezeitraum entwickelt.
Der Sparplanrechner ist eine vereinfachte Simulation und dient nur zu groben Schätzungen. Renditen schwanken, Steuern/Gebühren sind unberücksichtigt und die Inflation ist ebenfalls nicht berücksichtigt.
Dennoch kann der Sparplanrechner eine nützliche Orientierungshilfe sein, um einen groben Eindruck von deinem potenziellen Vermögensaufbau zu erhalten. Experimentiere mit verschiedenen Eingabewerten, um zu sehen, wie sich die Ergebnisse ändern.
Denke daran: Der beste Zeitpunkt zu starten war gestern, der zweitbeste ist heute!
Über die Schieberegler kannst du die Eingabewerte verändern. Hierbei sind die Schrittweiten und Eingabemöglichkeiten begrenzt. Über die Zahlenfelder kannst du die Eingabewerte genauer einstellen und deinen Bedürfnissen entsprechend anpassen.
Viel Spaß beim Experimentieren!
Wenn du über 20 Jahre, monatlich 200 € zu 7% investierst, kommst du am Ende auf ein Endkapital von 104.185 €. Diese setzen sich zusammen aus 48.000 € Einzahlungen und 56.185 € an Zinsen oder Kapitalerträgen.
Entwicklung des Kapitals über die Zeit
Jahresübersicht
| Jahr | Eingezahlt | Zinserträge | Gesamtwert |
|---|---|---|---|
| 0 | 0 € | 0 € | 0 € |
| 1 | 2.400 € | 79 € | 2.479 € |
| 2 | 4.800 € | 336 € | 5.136 € |
| 3 | 7.200 € | 786 € | 7.986 € |
| 4 | 9.600 € | 1.442 € | 11.042 € |
| 5 | 12.000 € | 2.319 € | 14.319 € |
| 6 | 14.400 € | 3.432 € | 17.832 € |
| 7 | 16.800 € | 4.800 € | 21.600 € |
| 8 | 19.200 € | 6.440 € | 25.640 € |
| 9 | 21.600 € | 8.372 € | 29.972 € |
| 10 | 24.000 € | 10.617 € | 34.617 € |
| 11 | 26.400 € | 13.198 € | 39.598 € |
| 12 | 28.800 € | 16.139 € | 44.939 € |
| 13 | 31.200 € | 19.466 € | 50.666 € |
| 14 | 33.600 € | 23.207 € | 56.807 € |
| 15 | 36.000 € | 27.392 € | 63.392 € |
| 16 | 38.400 € | 32.054 € | 70.454 € |
| 17 | 40.800 € | 37.225 € | 78.025 € |
| 18 | 43.200 € | 42.944 € | 86.144 € |
| 19 | 45.600 € | 49.250 € | 94.850 € |
| 20 | 48.000 € | 56.185 € | 104.185 € |
Was der Zinseszins wirklich macht – und warum die letzten Jahre die wichtigsten sind
Die meisten Menschen unterschätzen den Zinseszins, weil sie linear denken. Wer 200 € im Monat über 30 Jahre einzahlt, hat 72.000 € eingezahlt – das lässt sich im Kopf rechnen. Bei 7 % p. a. stehen am Ende aber rund 244.000 € im Depot. Über 170.000 € davon hat niemand eingezahlt: Sie sind Ertrag auf Ertrag. Genau diesen Sprung kann man sich nicht vorstellen, man muss ihn sehen – deshalb steht oben ein Diagramm und keine einzelne Zahl.
Der entscheidende Punkt liegt in der Verteilung über die Zeit. Probiere es im Rechner aus: Setze die Laufzeit auf 10 Jahre und schau auf die Zinserträge. Dann stelle 20 Jahre ein. Du hast die Zeit verdoppelt, aber die Zinserträge steigen von rund 10.600 € auf rund 56.200 € – mehr als das Fünffache. Bei 30 Jahren wird der Abstand noch krasser. Der Grund: In den ersten Jahren arbeitet fast nur deine Sparrate, das Kapital ist noch zu klein, um selbst viel zu erzeugen. In den letzten Jahren ist das Depot so groß, dass die jährliche Wertsteigerung die Jahressparrate deutlich übersteigt. Ein Depot von 200.000 € erzeugt bei 7 % rund 14.000 € im Jahr – das schafft man mit 200 € im Monat nicht annähernd selbst.
Daraus folgt die wichtigste praktische Konsequenz: Der Faktor Zeit ist bei diesem Thema wertvoller als der Faktor Sparrate. Wer mit 25 anfängt und 100 € monatlich einzahlt, kommt bei 7 % bis zum 67. Lebensjahr auf rund 304.000 € – bei 50.400 € Einzahlung. Wer mit 40 startet und 250 € einzahlt, landet bei rund 239.000 €, obwohl er 81.000 € eingezahlt hat: über 60 % mehr Eigenleistung für 65.000 € weniger Ergebnis. Beides lässt sich oben nachrechnen. Es ist der Grund, warum der Satz „der beste Zeitpunkt war gestern“ keine Motivationsfloskel ist, sondern eine Aussage über Mathematik.
Wie dieser Rechner rechnet
Damit du die Zahlen richtig einordnen kannst, hier offen die Annahmen hinter der Simulation. Die Sparrate wird zum Monatsende eingezahlt und das Kapital monatlich verzinst – mit einem Zwölftel der eingegebenen Jahresrendite. Das ist die übliche Sparplan-Rechnung und entspricht dem realen Ablauf eines monatlichen ETF-Kaufs. Ein Nebeneffekt, der selten erwähnt wird: Durch die monatliche Verzinsung liegt die tatsächliche Jahresrendite etwas über dem eingegebenen Wert. Aus 7 % nominal werden effektiv rund 7,23 %. Bei kurzen Laufzeiten fällt das kaum auf, über 30 Jahre macht es einige Tausend Euro aus. Wer streng konservativ rechnen will, gibt entsprechend einen Tick weniger als die erwartete Rendite ein.
Bewusst nicht berücksichtigt sind vier Dinge, die in der Realität jeden Sparplan betreffen:
- Steuern. In Deutschland fallen auf Kursgewinne und Ausschüttungen 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag an, dazu ggf. Kirchensteuer – zusammen rund 26,4 bis 28 %. Dagegen stehen der Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr und, bei Aktien-ETFs, die Teilfreistellung von 30 % der Erträge. Wichtig für die Einordnung: Die Steuer fällt überwiegend erst beim Verkauf an, nicht jährlich auf den ganzen Gewinn.
- Kosten. Die laufenden Gebühren eines ETF (TER) liegen bei breiten Indexfonds typischerweise zwischen 0,07 und 0,25 % p. a. Sie werden direkt im Fonds verrechnet, mindern also die Rendite, ohne auf der Abrechnung zu erscheinen. Dazu kommen je nach Broker Ordergebühren. Eine ehrliche Faustregel: Von der erwarteten Bruttorendite gehen etwa 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte für Kosten ab.
- Inflation. Die Endsumme steht in heutigen Euro, hat aber die Kaufkraft von morgen. Bei 2 % Inflation über 30 Jahre entspricht das etwa der Hälfte. Ein praktischer Trick: Gib statt der nominalen Rendite die reale ein – also 7 % minus 2 % Inflation gleich 5 %. Dann liest du das Ergebnis direkt in heutiger Kaufkraft.
- Schwankungen. Der wichtigste Punkt. Der Rechner zeichnet eine glatte Kurve, weil er mit einer konstanten Rendite arbeitet. Echte Märkte tun das nie. Der MSCI World hat historisch etwa 7 bis 8 % p. a. gebracht – aber als Mittelwert über Jahrzehnte, mit Jahren von +30 % und Jahren von −40 % dazwischen. Niemand bekommt seine 7 % gleichmäßig ausgezahlt.
Welche Rendite du einsetzen solltest
Das ist die Eingabe, die das Ergebnis am stärksten verändert – und die, bei der am meisten geschönt wird. Ein Rechner, der mit 10 % arbeitet, produziert beeindruckende Zahlen, die niemand einlösen kann. Als Orientierung: Für einen breit gestreuten Aktien-ETF gelten 6 bis 7 % p. a. als vertretbare langfristige Annahme, nach Kosten und vor Steuern. Wer vorsichtig plant, nimmt 5 %. Alles über 8 % ist keine Planung mehr, sondern Hoffnung.
Ein Beispiel aus meinem eigenen Depot, das genau zeigt, warum diese Zurückhaltung nötig ist: Mein interner Zinsfuß liegt seit 2021 bei 11,82 %. Das ist eine echte, aus Portfolio Performance exportierte Zahl – und trotzdem wäre es falsch, damit zu rechnen. Sie stammt aus einem außergewöhnlich starken Marktzeitraum und ist nicht wiederholbar. Ich selbst plane deshalb mit 7 %, obwohl ich mehr erzielt habe. Wie ich mein Portfolio tatsächlich zusammengesetzt habe, steht unter Meine Strategie; welche Zahlen dahinterstecken und wie ich sie messe, im Erfahrungsbericht zu Portfolio Performance.
Was die glatte Kurve verschweigt
Die Grafik oben suggeriert eine Ruhe, die es beim Investieren nicht gibt. Wer 30 Jahre investiert, erlebt statistisch mehrere Einbrüche von 30 % und mehr. Das Depot, das laut Rechner nach 20 Jahren bei 100.000 € steht, kann zwischenzeitlich bei 65.000 € notiert haben. Der Rechner zeigt dir das Ziel, nicht den Weg dorthin.
Praktisch relevant ist das vor allem am Ende der Laufzeit. Ein Minus von 30 % im ersten Jahr kostet bei 2.400 € Depotwert wenig und wird von zwei Jahrzehnten Aufschwung eingeholt. Dasselbe Minus zwei Jahre vor dem geplanten Entnahmestart trifft die volle Summe – und die Zeit zum Aufholen fehlt. Deshalb ist es üblich, gegen Ende der Ansparphase das Risiko schrittweise zu reduzieren, statt bis zum letzten Tag voll investiert zu bleiben. Der Rechner kann das nicht abbilden; wissen solltest du es trotzdem.
Der zweite blinde Fleck ist das eigene Verhalten. Die durchschnittliche Rendite bekommt nur, wer wirklich 30 Jahre dabeibleibt – auch im dritten schlechten Jahr in Folge. Wer im Tiefpunkt verkauft, realisiert den Verlust und verpasst die Erholung. Der häufigste Grund für ein schlechtes Ergebnis ist nicht die falsche Fondsauswahl, sondern ein Ausstieg zum falschen Zeitpunkt. Eine Sparrate, die auch in einem knappen Monat nicht wehtut, ist deshalb wertvoller als eine ambitionierte, die beim ersten Engpass gestrichen wird.
Einmalanlage oder monatlich einzahlen?
Das Feld „Anfangskapital“ oben beantwortet eine Frage, die sich vielen stellt, die geerbt, eine Abfindung erhalten oder über Jahre auf dem Tagesgeldkonto gespart haben: alles auf einmal investieren oder über Monate verteilen? Rein mathematisch ist die Antwort unbequem klar. Weil Aktienmärkte langfristig mehr steigen als fallen, gewinnt die Einmalanlage im historischen Durchschnitt – jeder Monat, in dem Geld unangelegt herumliegt, ist ein Monat ohne Rendite. Probiere es aus: 24.000 € sofort investiert schlagen bei 7 % über 20 Jahre die Variante „200 € monatlich über zehn Jahre“ deutlich, obwohl derselbe Betrag eingezahlt wird.
Der Haken ist psychologisch, nicht rechnerisch. Wer eine größere Summe an einem einzigen Tag investiert und drei Wochen später 20 % davon im Minus sieht, trägt genau die Last, die Fehlentscheidungen auslöst. Das gestaffelte Einzahlen kauft keine höhere Rendite, sondern Ruhe – und weil Dabeibleiben der wichtigste Renditefaktor überhaupt ist, kann das der bessere Weg sein. Eine gängige Lösung ist der Kompromiss: einen Teil sofort anlegen, den Rest über sechs bis zwölf Monate verteilen. Im Rechner lässt sich beides abbilden, indem man einmal mit Anfangskapital und einmal nur mit Sparrate rechnet.
Drei Wege, diesen Rechner sinnvoll zu nutzen
Erstens: rückwärts rechnen. Statt zu fragen „was wird daraus?“, gib dir ein Ziel und stelle die Sparrate so ein, dass es erreicht wird. Wer mit 67 auf 300.000 € kommen will und 30 Jahre Zeit hat, braucht bei 7 % etwa 246 € im Monat. Diese Zahl ist konkret genug, um im Haushaltsbudget danach zu suchen.
Zweitens: die Rendite stresstesten. Rechne dein Szenario einmal mit 7 % und einmal mit 4 %. Die Differenz zeigt, wie sehr dein Plan von einer optimistischen Annahme abhängt. Wenn er nur bei 7 % funktioniert, ist er kein Plan, sondern eine Wette.
Drittens: die Dynamik nicht vergessen. Der Rechner arbeitet mit einer konstanten Sparrate über die ganze Laufzeit. Real steigen Einkommen meist. Wer die Sparrate mit jeder Gehaltserhöhung anhebt, landet deutlich über dem simulierten Ergebnis – ein Effekt, den man grob abschätzen kann, indem man den Rechner mit einer mittleren Sparrate laufen lässt statt mit der heutigen.
Und der wichtigste Hinweis zum Schluss: Ein Sparplan schlägt eine perfekte Strategie, die nie anfängt. Die Eingabe, die dein Ergebnis am stärksten bestimmt, ist nicht die Rendite – es ist die Zahl der Jahre. Wie ein erster Sparplan konkret eingerichtet wird, habe ich in Einfach starten – Schritt für Schritt investieren beschrieben.
