Peerberry Erfahrungsbericht: 1,5 Jahre mit der kroatischen P2P-Alternative
PeerBerry gehört zu den bekanntesten Alternativen im europäischen P2P-Markt und überzeugt vor allem durch Stabilität und Transparenz. Nach rund 1,5 Jahren Nutzung (seit Dezember 2024) kann ich sagen: Die Plattform ist professionell aufgestellt und ideal für Investoren, die auf Sicherheit und Einfachheit setzen.
📢 Update August 2026: Was sich bei PeerBerry zuletzt getan hat
Am 15. Januar 2026 hat PeerBerry einen Zweitmarkt eingeführt: Investments lassen sich nach 6 Monaten Haltefrist gebührenfrei verkaufen (bis zu 50 % Rabatt möglich, aktuell nur am Desktop, nur komplette Investments verkaufbar) – ein spürbarer Liquiditäts-Fortschritt gegenüber früher [1]. Der seit Herbst 2024 bei der Bank of Lithuania laufende Antrag auf eine EU-Crowdfunding-Lizenz (ECSP) ist weiterhin ohne öffentliches Update unentschieden – PeerBerry bleibt also vorerst unreguliert, Anlegerschutz läuft ausschließlich über die vertragliche Rückkaufgarantie und Gruppengarantie [2]. Zum 3. Juni 2026 hat PeerBerry außerdem bei einigen Kreditgebern (u. a. SmartCredito/RealCredito in Spanien, Credito365 in Mexiko und Kolumbien) die Zinsen um +1 Punkt auf bis zu 10 % angehoben [3] – unabhängig davon, aber zeitlich parallel zu meiner eigenen großen Nachinvestition im selben Monat (siehe unten).
Was ist PeerBerry?
PeerBerry wurde 2017 gegründet und ist mittlerweile eine der größten P2P-Plattformen in Europa. Der Betreiber ist die PeerBerry d.o.o., registriert in Kroatien, mit operativem Hauptsitz in Litauen.
Die Plattform wurde ursprünglich von der Aventus Group und GoFingo Group gegründet, die auch heute noch die Haupt-Kreditgeber auf PeerBerry sind. Anleger investieren in Konsumentenkredite, Autokredite und kurzfristige Unternehmenskredite dieser Gruppen.
PeerBerry agiert als Vermittler zwischen Anlegern und Kreditgebern und bietet über 60 Kreditunternehmen aus mehr als 15 Ländern an.
Wie funktioniert PeerBerry?
- Kreditgeber (z. B. Aventus Group) vergeben Kredite an Endkunden
- PeerBerry listet diese Kredite auf der Plattform
- Investoren wählen Kredite manuell oder über Auto-Invest aus
- Zinsen und Rückzahlungen fließen regelmäßig an die Anleger zurück
Besonderheiten von PeerBerry
- Buyback-Garantie: Bei überfälligen Krediten nach 60 Tagen werden diese automatisch zurückgekauft.
- Gruppengarantie: Kreditgeber aus derselben Gruppe haften gemeinsam – zusätzliche Sicherheit für Anleger.
- Auto-Invest-Tool: Ideal für passives Investieren.
- Rendite: Typischerweise zwischen 8 – 10 % pro Jahr.
- Sitz: PeerBerry d.o.o., Zagreb, Kroatien – operativer Standort Vilnius, Litauen.
Meine Peerberry-Reise: Die Zahlen
Hier sind meine konkreten Zahlen nach rund 1,5 Jahren (Stand: August 2026):
Portfolio-Entwicklung
- Startkapital: 2.500€ (Dezember 2024)
- Aktueller Wert: ~10.053€
- Eingezahlt gesamt: 9.400€
- Entnommen gesamt: 50€
- Zinsen gesamt: 702,55€
Im Juni 2026 habe ich mit 3.700€ deutlich nachinvestiert – dadurch habe ich die 10.000-€-Schwelle überschritten, ab der es bei Peerberry einen zusätzlichen Bonus gibt. Falls du selbst auf diese Schwelle hinarbeitest: Es lohnt sich, den Betrag gezielt in einem Rutsch aufzustocken, statt ihn langsam heranwachsen zu lassen.
Monatliche Cashflows
- Durchschnittliche Zinserträge (letzte 12 Monate): ~44€/Monat
- Höchster Monat: 61,73€ (Juli 2026, direkt nach der großen Nachinvestition)


Gut zu erkennen: 2025 startete ich hier erst nach und nach (Investitionsbeginn Dezember 2024), 2026 liegt entsprechend über das ganze Jahr gesehen deutlich höher – dazu kommt der Sprung im Juli durch die große Nachinvestition (siehe oben).
| Monat | 2026 | 2025 |
|---|---|---|
| Summe | 318,68 € | 383,87 € |
| Juli | 61,73 € | 40,73 € |
| Juni | 45,40 € | 40,26 € |
| Mai | 40,94 € | 28,85 € |
| April | 42,94 € | 20,74 € |
| März | 43,13 € | 19,55 € |
| Februar | 42,31 € | 18,70 € |
| Januar | 42,23 € | 8,71 € |
| Dezember | – | 41,93 € |
| November | – | 41,60 € |
| Oktober | – | 41,22 € |
| September | – | 41,18 € |
| August | – | 40,40 € |
Die Peerberry Auto Invest Funktion
Auch bei Peerberry setzte ich auf Auto Invest:
Meine Einstellungen
- Zinssatz: ab 7,5% p.a.
- Laufzeit: kurzfristige und Immobilien (~24 Monate)
- Länder: Nicht spezifisch (alle Länder)
- Rückkaufgarantie: Ausschließlich mit Garantie
Warum Auto Invest?
- Zeitersparnis: Keine manuelle Kreditauswahl
- Diversifikation: Automatische Streuung
- Reinvestition: Zinsen werden bislang fast vollständig automatisch reinvestiert (im Juli 2026 habe ich testweise erstmals 50€ entnommen, analog zu meiner Cashflow-Strategie bei Mintos und Swaper)
Vor- und Nachteile aus meiner Sicht
✅ Vorteile
1. Solide Renditen
- Renditen von 8–10 % p.a. realistisch
- Stabile Erträge durch breite Kreditbasis
- Regelmäßige Zinszahlungen
2. Sicherheit durch Gruppengarantie
- Buyback nach 60 Tagen schützt vor Ausfällen
- Zusätzliche Gruppengarantie – mehrere Firmen haften gemeinsam
- Langjährige Kreditgeber mit Erfahrung (Aventus & GoFingo)
3. Einfache Handhabung
- Auto-Invest-System sehr zuverlässig
- Klar strukturierte Benutzeroberfläche
- Regelmäßige Reports und Updates für Investoren
4. Gute Kommunikation
- Aktive Community & Blog mit Transparenzberichten
- Schneller Support, auch auf Deutsch oder Englisch
- Klarer Informationsfluss bei Marktänderungen
❌ Nachteile
1. Begrenzte Produktvielfalt
- Nur Konsumenten- und Unternehmenskredite
- Keine anderen Anlageklassen (z. B. Immobilien, ETFs etc.)
- Kein Sekundärmarkt für kurzfristige Verkäufe
2. Abhängigkeit von Kreditgeber-Gruppen
- Aventus- und GoFingo-Dominanz – Konzentrationsrisiko
- Ausfälle einzelner Gruppen könnten Renditen belasten
- Starkes Vertrauen in die Managementstruktur nötig
3. Regulatorische Situation
- Registriert in Kroatien, aber mit Hauptaktivität in Litauen
- Unklare Aufsichtslage im Vergleich zu lizenzierten Investmentplattformen
- Mögliche Änderungen bei EU-Regularien
Meine größten Learnings
Wichtigster Aspekt vorab zu den Risiken:
Bei PeerBerry bestehen die typischen P2P-Risiken – also mögliche Zahlungsverzögerungen oder Ausfälle einzelner Kredite.
Die Plattform bietet eine Buyback-Garantie nach 60 Tagen, zusätzlich abgesichert durch eine Gruppengarantie, bei der mehrere verbundene Unternehmen gemeinsam haften. Das sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit, ist aber natürlich keine absolute Garantie.
In meiner Erfahrung wurden verspätete Kredite stets korrekt und vollständig zurückgekauft. Ich hatte bislang keine endgültigen Verluste, auch wenn manche Rückzahlungen mehrere Wochen dauerten.
PeerBerry kommuniziert solche Verzögerungen offen über das Dashboard und regelmäßige Updates.
Wichtig bleibt: Sollte eine ganze Kreditgeber-Gruppe ausfallen, kann auch hier die Buyback-Garantie hinfällig werden.
1. Sicherheit durch Gruppengarantie nutzen
- Die Gruppengarantie ist einer der größten Vorteile von PeerBerry.
- Trotzdem: Immer darauf achten, nicht zu stark in eine einzelne Gruppe zu investieren.
- Ich verteile meine Auto-Invest-Einstellungen bewusst über mehrere Kreditgeber innerhalb der Plattform.
2. Kontinuität zahlt sich aus
- PeerBerry funktioniert besonders gut, wenn man regelmäßig investiert und reinvestiert.
- Der Zinseszinseffekt baut sich über die Zeit spürbar auf.
- Wer geduldig bleibt, wird mit stabilen Renditen um 8–10 % p.a. belohnt.
3. Kommunikation verfolgen
- PeerBerry informiert sehr transparent über Marktveränderungen.
- Ich empfehle, regelmäßig die Plattform-News oder E-Mails zu lesen.
- So bleibt man auf dem Laufenden, wenn Kreditgeber oder Länder ausfallen oder pausieren.
Steuerliche Aspekte
Wichtig: Ich bin kein Steuerberater! Hier meine Erfahrungen (inzwischen ist bei mir ein volles Steuerjahr über Peerberry gelaufen):
Mein Tipp
- Belege sammeln für alle Transaktionen -> die meisten Plattformen erstellen einen Steuerreport am Ende des Jahres, den man nutzen kann
- Jährliche Steuererklärung nicht vergessen und in Anlage KAP eintragen
- Steuerberater konsultieren für individuelle Situation bei Bedarf
PeerBerry vs. Alternativen
Andere P2P-Plattformen
- Mintos: Größere Auswahl an Kreditgebern und Anlageklassen, dafür komplexer (zum Erfahrungsbericht von Mintos)
- Swaper: Etwas höhere Renditen, aber weniger Diversifikation und Transparenz (zum Erfahrungsbericht von Swaper)
- Go & Grow (ehemals Bondora): Einfachste Nutzung, aber deutlich niedrigere Rendite und kaum Kontrolle (zum Erfahrungsbericht von Go & Grow)
Alternativen zu P2P-Investments
Traditionelle Investments
- ETFs: Geringeres Risiko, aber auch geringere Rendite (langfristig sehr solide)
- Einzelaktien: Höhere Renditechancen, aber auch stärkere Kursschwankungen
- Anleihen: Momentan meist niedrige Zinsen, aber stabiler Cashflow
- Tagesgeld/Festgeld: Sicher, aber kaum Rendite – gut für Notgroschen
P2P-Kredite können eine ergänzende Anlageklasse sein, aber sie ersetzen keine breit gestreute Basisinvestition (z. B. ETF-Sparplan oder Altersvorsorge).
Praktische Tipps für Einsteiger
1. Klein anfangen
- Starte mit 500–1.000 €, um die Plattformen kennenzulernen
- Diversifiziere auf 2–3 Plattformen, um das Risiko zu verteilen
- Langsam steigern, wenn du dich sicher fühlst
2. Auto-Invest nutzen
- Bei allen Plattformen gibt es gute Auto-Invest-Funktionen
- Wähle konservative Einstellungen (kurze Laufzeiten, gute Kreditgeberbewertungen)
- Bei Go & Grow reicht die Standard-Funktion völlig für den Anfang
3. Regelmäßig überprüfen
- Monatlicher Check der Erträge und Rückkäufe
- Performance analysieren – sind die Zinsen stabil, läuft der Auto-Invest rund?
- Lerne aus Verzögerungen – sie gehören zu P2P einfach dazu
💡 Extra-Tipp:
Halte dir immer einen kleinen Liquiditätspuffer auf dem Hauptkonto, falls Rückzahlungen oder Buybacks länger dauern. So bleibst du entspannt, selbst wenn sich mal etwas verzögert.
Mein Fazit nach 1,5 Jahren
PeerBerry war für mich eine sehr solide Ergänzung im P2P-Portfolio. Die Plattform punktet mit hoher Stabilität, klarer Kommunikation und einer starken Rückkaufquote. Die Rendite liegt leicht unter Mintos, aber dafür ist das Risiko-Management besser nachvollziehbar. PeerBerry soll sich auch in Krisenzeiten (z. B. 2022 mit dem Ukraine-Krieg) als zuverlässig erwiesen haben. Durch die deutliche Nachinvestition im Juni 2026 ist PeerBerry inzwischen meine größte P2P-Position.
Für wen ist PeerBerry geeignet?
- Konservative P2P-Investoren, die Stabilität schätzen
- Langfristige Anleger, die auf kontinuierliche Zinsen setzen
- Investoren, die Wert auf Transparenz und Vertrauen legen
Für wen eher nicht?
- Renditejäger, die das Maximum herausholen wollen
- Kurzfristige Anleger, die schnelle Liquidität brauchen
- Komplett unerfahrene Einsteiger (besser mit Go & Grow starten)
Aktuelle Entwicklungen (2025/2026)
Positive Trends
- Stabile Kreditgeberstruktur (insbesondere Aventus Group)
- Gute Kommunikation bei Rückzahlungen
- Zunehmende regulatorische Klarheit
Herausforderungen
- Begrenzte Diversifikation außerhalb Osteuropas
- Etwas geringere Rendite als bei Mintos oder Swaper
- Abhängigkeit von Gruppenstrukturen
Meine Zukunftsstrategie
Für die nächste Zeit plane ich:
- Langfristig investiert bleiben: PeerBerry als größten Teil des P2P-Portfolios nutzen
- Diversifikation beachten: Auto-Invest auf mehrere Kreditgebergruppen aufteilen
- Rückflüsse überwiegend reinvestieren: Perspektivisch aber auch hier – wie bei Mintos und Swaper – auf eine monatliche Cashflow-Entnahme umstellen, sobald sich das für mich stimmig anfühlt
- Risiko überwachen: Bei Anzeichen von Problemen bei Kreditgebern Anpassungen vornehmen
Wie sich die Zinsen von PeerBerry zusammen mit den anderen Plattformen auf meine monatlichen P2P-Cashflows auswirken, zeige ich auf der Seite P2P-Einnahmen. Im Projekt Schuldenfrei setze ich diese Einnahmen zusätzlich ins Verhältnis zu unserer Kreditrate.
Quellen
Die Fakten im Update-Kasten oben stammen aus folgenden Quellen (Stand: August 2026):
- PeerBerry Blog: PeerBerry launches Secondary Market
- PeerBerry Review 2026 (Crowdindex) – Einordnung des ECSP-Lizenzstatus
- PeerBerry Blog: Interest rate increases effective June 3, 2026
Hast du Fragen zu Peerberry oder P2P-Krediten? Schreib mir gerne auf Instagram: @cashflow_panda!

