Mein Dividendenaktien-Depot: REITs, BDCs und die Learnings aus 5 Jahren Einzelaktien
Neben meiner ETF-Basis und meinen P2P-Investments baue ich seit 2021 auch ein Depot mit Einzelaktien bei Scalable* auf. Anders als bei ETFs (Rendite über MSCI World & Nasdaq 100) oder P2P (Cashflow-Beimischung) geht es hier um einen weiteren, ganz bewussten Cashflow-Baustein – mittlerweile fast ausschließlich über REITs und BDCs. Wie ich dahin gekommen bin, welche Umwege ich gegangen bin und was die Zahlen nach über 5 Jahren sagen, zeige ich in diesem Artikel.
Vom Ausprobieren zur klaren Strategie
Ehrlich gesagt: Die ersten zwei, drei Jahre waren vor allem eins – Ausprobieren. Ich habe mit bekannten Namen wie Apple, Amazon, Tesla, Microsoft, Alphabet, Mercedes-Benz, BASF, Covestro, Henkel und Vonovia experimentiert. Dabei habe ich mich auch an etwas Trading versucht und ein paar Mal gezielt kurz vor dem Dividenden-Ex-Tag gekauft, um kurz danach wieder zu verkaufen. Das Ergebnis war gemischt: teils erfolgreich, teils überhaupt nicht gut.
Zwei Erkenntnisse haben schließlich zum Strategiewechsel geführt:
- Viele dieser Unternehmen stecken sowieso schon hoch gewichtet in meinen ETFs. Apple, Microsoft, Amazon & Co. dominieren MSCI World und erst recht den Nasdaq 100 – ich habe mir mit Einzelaktien also teilweise nur mein eigenes ETF-Exposure verdoppelt, ohne echten Mehrwert.
- Mir wurde klar, dass mich am Einzelaktien-Depot eigentlich der Cashflow interessiert, nicht die große Rendite. Die große Rendite will ich lieber breit gestreut über ETFs wie MSCI World und Nasdaq 100 erreichen. Für Einzelaktien wollte ich etwas, das ETFs strukturell nicht liefern.
Genau da kamen REITs und BDCs ins Spiel.
REITs und BDCs: Cashflow statt Wachstum
REITs (Real Estate Investment Trusts) sind börsennotierte Immobiliengesellschaften, die per Gesetz einen Großteil ihrer Gewinne als Dividende ausschütten müssen. BDCs (Business Development Companies) vergeben Kredite und Beteiligungskapital an kleinere und mittlere US-Unternehmen und unterliegen einer ganz ähnlichen Ausschüttungspflicht. Beide Anlageklassen sind in den großen Welt-ETFs kaum vertreten – ein echter Unterschied zu meiner vorherigen "Blue-Chip-Phase".
Wichtig ist mir dabei die Ehrlichkeit: Ich befinde mich hier weiterhin in der Lernphase der wichtigen Kennzahlen (z. B. FFO bei REITs, NAV und Verschuldung bei BDCs) und habe nicht bei jeder Position den optimal möglichen Einstieg erwischt. Vieles ist einfach über Sparpläne kontinuierlich gewachsen, statt gezielt zum idealen Zeitpunkt gekauft zu werden.
Meine aktuellen 16 Positionen
REITs:
- Realty Income (RY6.F)
- STAG Industrial (SW6.F)
- LTC Properties (LTP.F)
- American Tower (A0T.F)
- Omega Healthcare Investors (WX4.SG)
- National Retail Properties (CZ2.SG)
BDCs:
- Main Street Capital (13M.F)
- Hercules Capital (19H.F)
- Ares Capital (9A2.F)
- Gladstone Capital (1G70.TG)
Klassische Dividendenzahler:
- Procter & Gamble (PRG.TG)
- Rio Tinto (RIO1.DE)
Dividenden-ETFs als kleiner Anker:
- Fidelity US Quality Income UCITS ETF (FUSD.DE)
- VanEck Developed Markets Dividend Leaders (VDIV.TG)
- Invesco FTSE Emerging Markets (EHDL.DE)
Diese drei ETFs sollen bewusst nur ein kleiner Anker im Depot sein – mit Fokus auf Dividenden in unterschiedlichen Regionen (USA, Emerging Markets, entwickelte Märkte), nicht auf Einzeltitel-Auswahl.
Legacy-Position: Alphabet (ABEA.DE) – dazu gleich mehr.
Die Zahlen: Mein Depot heute
Seit Februar 2021 habe ich netto (Käufe abzüglich Verkäufe, über alle 25 jemals gehaltenen Titel) 31.179 € in dieses Depot investiert. Da mir der Cashflow wichtiger ist als kurzfristige Kursgewinne, zeige ich hier bewusst die Dividenden- statt der Kursperformance:
- Dividenden gesamt seit 2021: 2.957,53 € (337 Einzelzahlungen)
- Letzte 12 Monate: 1.339,30 € (~112 €/Monat) – damit übertrifft dieses Depot inzwischen jede einzelne meiner P2P-Plattformen beim monatlichen Cashflow

Dividenden je Jahr
| Jahr | Dividenden |
|---|---|
| 2021 | 109,75 € |
| 2022 | 123,78 € |
| 2023 | 184,56 € |
| 2024 | 564,79 € |
| 2025 | 1.085,44 € |
| 2026 (Jan–Jul) | 889,21 € |
Der Sprung ab 2024 erklärt sich durch die REIT-/BDC-Sparpläne, die ich seit Ende 2023 konsequent laufen lasse – 2026 liegt bereits nach 7 Monaten bei +40 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

| Monat | 2026 | 2025 |
|---|---|---|
| Summe | 889,21 € | 1.085,44 € |
| Juli | 146,77 € | 80,92 € |
| Juni | 109,53 € | 82,31 € |
| Mai | 148,91 € | 125,94 € |
| April | 185,15 € | 101,94 € |
| März | 118,85 € | 105,81 € |
| Februar | 85,65 € | 56,04 € |
| Januar | 94,35 € | 82,39 € |
| Dezember | – | 48,86 € |
| November | – | 108,34 € |
| Oktober | – | 81,88 € |
| September | – | 98,11 € |
| August | – | 112,90 € |
Meine größten Dividendenzahler (gesamt seit Kauf)
| Position | Dividenden gesamt |
|---|---|
| Main Street Capital (BDC) | 529,93 € |
| Ares Capital (BDC) | 391,22 € |
| Realty Income (REIT) | 376,18 € |
| Hercules Capital (BDC) | 373,42 € |
| LTC Properties (REIT) | 271,31 € |
Die vier BDCs und der Großteil der REITs führen die Liste klar an – genau das Ergebnis, das ich mir vom Strategiewechsel erhofft hatte.
Mein Zielsystem: 5.000 € pro Position
Mittelfristig strebe ich an, jede REIT-/BDC-Position auf rund 5.000 € Kapital aufzubauen und danach nur noch die Dividenden zu kassieren und in neue Titel zu reinvestieren, statt weiter frisches Kapital nachzuschießen. Das ist aktuell aber nur ein grober Plan – bisher habe ich diese Schwelle bei keiner einzigen Position erreicht.
Insgesamt sollen Einzelaktien 10–15 % meines Gesamtportfolios ausmachen. Aktuell liege ich leicht darüber, weshalb ich gezielt gegensteuere:
- Kapital aus P2P-Rückflüssen fließt vermehrt in ETFs statt in dieses Depot
- Der Sparplan bei Scalable liegt bewusst klein bei 150 €/Monat, während mein Haupt-Sparplan im ETF-Depot bei ING 1.500 €/Monat beträgt – ein Verhältnis von 1:10
Das Aktien-Depot bleibt damit strukturell ein kleiner Baustein, kein zweites Standbein neben den ETFs.
Der Sonderfall Alphabet
Bei Alphabet (ABEA.DE) gibt es eine Besonderheit: 2022 gab es den bekannten 20:1-Aktiensplit, danach habe ich die Hälfte der Position mit über 100 % Gewinn verkauft. Den Rest lasse ich seitdem einfach liegen – auch wenn diese Position strategisch nicht mehr ins REIT-/BDC-Depot passt. Das ist eine bewusste Ausnahme, kein Widerspruch zur neuen Strategie.
Was ich aus den Exits gelernt habe
Die neun komplett verkauften Blue-Chip-Positionen aus der Anfangszeit haben mir vor allem eins gezeigt: Trading ist nichts für mich. Ich baue lieber stabile, dauerhafte Investments auf, die ich über Jahre – im Idealfall Jahrzehnte – halten möchte. Gleichzeitig sollen einzelne Positionen nie so groß werden, dass ein Totalausfall einer einzelnen Aktie dramatischen Einfluss auf mein Gesamtdepot hätte. Genau diese beiden Prinzipien – lange halten, aber Positionsgröße begrenzen – stecken hinter der 5.000-€-Grenze und der 10–15-%-Quote von oben.
Vor- und Nachteile aus meiner Sicht
✅ Vorteile
- Hohe laufende Ausschüttungen: REITs und BDCs schütten gesetzlich verpflichtet einen Großteil ihrer Gewinne aus – deutlich mehr als der ETF-Durchschnitt
- Echte Ergänzung statt Doppelung: Immobilien und Kreditvergabe sind in MSCI World & Nasdaq 100 kaum vertreten
- Regelmäßiger Cashflow über das Jahr verteilt durch unterschiedliche Ausschüttungstermine
❌ Nachteile
- Sektor-Klumpenrisiko: Sowohl REITs als auch BDCs reagieren empfindlich auf Zinsänderungen
- US-Quellensteuer auf Dividenden (dazu mehr im nächsten Abschnitt)
- Ich bin selbst noch in der Lernphase bei den wichtigen Kennzahlen – nicht jeder Einstiegszeitpunkt war optimal gewählt
Steuerliche Aspekte
Wichtig: Ich bin kein Steuerberater! Hier meine Erfahrungen:
- Bei US-Aktien wie den meisten REITs und BDCs wird in der Regel automatisch US-Quellensteuer einbehalten
- Belege sammeln für alle Transaktionen und in der Steuererklärung (Anlage KAP) berücksichtigen
- Steuerberater konsultieren für die individuelle Situation, insbesondere bei ausländischer Quellensteuer
Für wen ist diese Strategie interessant?
Für wen geeignet?
- Wer bereits eine solide ETF-Basis hat und zusätzlichen, planbaren Cashflow sucht
- Wer bereit ist, sich in speziellere Anlageklassen wie REITs und BDCs einzuarbeiten
- Wer Positionsgrößen bewusst begrenzt, statt alles auf wenige Titel zu konzentrieren
Für wen eher nicht?
- Wer mit Einzelaktien in erster Linie auf Kursgewinne aus ist
- Wer keine Lust hat, sich mit REIT-/BDC-spezifischen Kennzahlen zu beschäftigen
- Einsteiger ohne ETF-Basis – die sollte immer zuerst stehen
Meine Zukunftsstrategie
- Bestehende Positionen weiter aufbauen Richtung 5.000 € pro Titel über die laufenden Sparpläne
- Einzelaktien-Quote zurückführen auf die Ziel-Range von 10–15 % – vor allem durch stärkeres ETF-Wachstum, nicht durch Verkäufe hier
- Scalable-Sparplan bewusst klein halten (150 €/Monat) im Vergleich zum ETF-Hauptsparplan (1.500 €/Monat)
- Neue Positionen erst, wenn eine bestehende die 5.000-€-Marke erreicht – Kapital soll dann eher in neue Titel rotieren, statt endlos in eine einzelne Position nachzuschießen
Wie sich die Dividenden aus diesem Depot zusammen mit meinen ETF-Ausschüttungen insgesamt entwickeln, zeige ich auf der Seite Dividendeneinnahmen. Einen Überblick über mein Gesamtportfolio findest du unter Meine Strategie.
Hast du Fragen zu REITs, BDCs oder meinem Depot-Aufbau? Schreib mir gerne auf Instagram: @cashflow_panda!
