BISON-Erfahrungen: Bitcoin- und Ethereum-Sparplan mit Staking

Wichtig vorab: Das hier ist mein persönlicher Erfahrungsbericht, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Kryptowerte schwanken extrem, ein Totalverlust ist möglich. Ich bin bei BISON ganz normaler Kunde, es gibt keine Kooperation und keinen Partnerlink in diesem Artikel. Alle Angaben zu Kosten, Regeln und Gesetzen haben den Stand 25. Oktober 2026.

Krypto ist in meinem Portfolio eine kleine Beimischung: Mein Ziel liegt bei 2 bis 5 % des Gesamtvermögens, aktuell sind es rund 1,9 %. Seit Januar 2024 kaufe ich dafür bei BISON jeden Monat für 80 € Bitcoin und für 20 € Ethereum. Seit Oktober 2024 stake ich meine Ethereum und bekomme dafür jede Woche ein paar Bruchteile ETH gutgeschrieben.

In diesem Artikel zeige ich meine echten Zahlen aus der BISON-App und aus Portfolio Performance, was mich der Sparplan an Spread gekostet hat und was beim Staking wirklich hängen bleibt. Außerdem beschreibe ich, warum ich mich damals für BISON entschieden habe und was sich am Markt seitdem verändert hat.

Kurz zusammengefasst

  • Meine Zahlen: 3.490 € eingezahlt in 80 Käufen, am 25.10.2026 rund 3.636 € wert. Das sind 146 € (4,2 %) Plus. Der interne Zinsfuß liegt laut Portfolio Performance bei 5,81 % pro Jahr (Stand 30.09.2026) – deutlich weniger als bei meinem Gesamtportfolio.
  • Schwankung: 2024 hat sich die Position zeitgewichtet mehr als verdoppelt (+106,6 %), 2025 kamen −17,7 %, auch 2026 liegt sie bis Ende September im Minus. Vom Hoch im Oktober 2025 ging es zwischenzeitlich um 54,7 % nach unten.
  • Kosten: Keine Ordergebühr, aber im Kurs steckt ein Spread von durchschnittlich 1,25 % je Kauf oder Verkauf [1]. Bei meinen Käufen sind das grob 44 €.
  • Staking: In zwei Jahren 0,0074 ETH, beim Zufluss rund 17 € wert. Effektiv waren das zuletzt 1,9 % pro Jahr – BISON wirbt mit 2 bis 5 % und behält 27 % der Belohnungen [1][2].
  • Steuern: Verkauft habe ich noch nie. Die Staking-Erträge trage ich in die Anlage SO ein, 2025 waren es 8,97 €. Ein Referentenentwurf will Krypto-Käufe ab 2027 der Abgeltungsteuer unterwerfen – beschlossen ist nichts [20].
  • Warum BISON: Echte Coins statt Wertpapieren, die Möglichkeit, Coins auf eine eigene Wallet zu übertragen, und die Börse Stuttgart im Hintergrund. Ich bin sehr zufrieden und würde heute wieder bei BISON starten.

Warum ich überhaupt Krypto habe

Krypto ist für mich eine weitere Art, mein Geld zu streuen – mehr nicht. Ich möchte hier nicht zu viel Geld reinstecken und bleibe deshalb bewusst unter 5 % meines Vermögens. Weil die Kurse so stark schwanken, lag der Anteil schon einmal bei rund 3 %, aktuell sind es etwa 1,9 %. Meine Zielspanne sind 2 bis 5 %. Meine Sparpläne mit 80 und 20 € laufen weiter, einen Stopp plane ich nicht.

Die Aufteilung 80/20 hat einen einfachen Grund: Bitcoin ist für mich die Basis. Es ist der bekannteste Coin und wird immer stärker auch von Institutionen genutzt. Meine Hoffnung ist, dass Bitcoin durch mehr Regulierung und durch den Einsatz von Staaten und großen Anlegern stabiler wird. Irgendwann soll er dann vielleicht nicht mehr so extrem steigen wie in den letzten Jahren, dafür aber zuverlässiger eine Rendite liefern, die sich mit ETFs auf Nasdaq oder S&P 500 messen kann – und dabei nicht komplett im Gleichschritt mit dem Aktienmarkt laufen. Ähnlich wie bei meinen P2P-Krediten sollen fallende Aktienkurse nicht automatisch fallende Bitcoin-Kurse bedeuten.

Ethereum ist für mich eine zusätzliche Streuung, aber ebenfalls ein Big Player unter den Coins und definitiv kein Meme-Coin. Von denen, und von den Betrugsfällen, die es im Krypto-Bereich durchaus gibt, halte ich mich fern. Krypto ist für mich ein Bereich, den man gut beobachten muss, ohne auf jeden Hype aufzuspringen. Damit kann man viel Geld verdienen, aber auch alles verlieren. Das kann auch bei Bitcoin und Ethereum passieren – die Wahrscheinlichkeit ist dort in meinen Augen aber deutlich geringer.

Was meine bisherigen Zahlen und aktuelle Marktdaten dazu zeigen, beschreibe ich weiter unten.

Mein Sparplan: 80 € Bitcoin, 20 € Ethereum

Meine ersten Käufe waren am 17. Januar 2024 (160 € Bitcoin, 40 € Ethereum) und am 1. Februar (40 € und 10 €). Seit März 2024 laufen zwei Sparpläne über 80 € und 20 €, jeweils am 1. des Monats. Die vier Zusatzkäufe über je 10 € in Bitcoin von Juni bis September 2024 stammen aus P2P-Zinsen, die ich damals auf verschiedene Anlagen verteilt habe. Heute gehen meine P2P-Entnahmen fest in ETF-Sparpläne (meine P2P-Erfahrungen).

Im März 2026 wurden beide Sparpläne nicht ausgeführt. Das Geld wird automatisch ein paar Tage vor der Ausführung eingezogen – vermutlich weil der Februar nur 28 Tage hat, war es am 1. März noch nicht auf meinem BISON-Verrechnungskonto. Fehlt das Guthaben, lässt BISON den Termin aus und führt den Plan erst zum nächsten wieder aus [3]. Die 100 €, die ein paar Tage später ankamen, lagen danach uninvestiert auf dem Konto. Im Sommer habe ich sie nachgeholt: mit einem Wochen-Sparplan über je 10 € in Bitcoin, zehnmal zwischen Mitte Juli und Mitte September 2026.

BISON erlaubt Sparpläne schon ab 0,01 €, wöchentlich, monatlich oder quartalsweise. Bei monatlichen Plänen lässt sich der Ausführungstag zwischen dem 1. und dem 15. wählen. Jeder Sparplan gilt für genau einen Coin, das Geld wird vom BISON-Verrechnungskonto abgebucht [3].

So sieht mein Bestand am 25. Oktober 2026 aus:

Bitcoin Ethereum Gesamt
Käufe 47 33 80
Eingezahlt 2.820,00 € 670,00 € 3.490,00 €
Gekauft 0,04221005 BTC 0,27954534 ETH
Aus Staking – 0,00735327 ETH
Ø Kaufkurs 66.809 € 2.397 €
Wert am 25.10.2026 3.036,50 € 599,64 € 3.636,14 €
Ergebnis +216,50 € (+7,7 %) −70,36 € (−10,5 %) +146,14 € (+4,2 %)

BISON-App am 25. Oktober 2026: links das Portfolio mit 3.636,14 Euro, davon 581,04 Euro im Staking und 15,37 Euro gesamte Rewards, darunter 0,04221005 BTC im Wert von 3.036,50 Euro bei 2.820 Euro investiert und 0,28689861 ETH im Wert von 599,64 Euro bei 687,33 Euro investiert; rechts die Aktivitäten mit wöchentlichen Ethereum Staking Rewards von rund 0,0001 ETH und den Sparplan-Käufen vom 1. Oktober 2026 über 20 Euro Ethereum zu 2.438,35 Euro und 80 Euro Bitcoin zu 75.494,97 Euro

Zwei Details, die mir beim Abgleich aufgefallen sind: BISON zeigt für Ethereum 687,33 € „Investiert“ statt 670 €. Die App rechnet die Staking-Rewards mit ihrem Wert beim Zufluss als Investition mit ein. Deshalb steht dort insgesamt ein Plus von 128,81 € (3,67 %) statt der 146,14 €, die ich gegenüber dem tatsächlich eingezahlten Geld habe. Und die „Gesamten Rewards“ von 15,37 € sind der heutige Wert meiner Staking-Erträge, beim Zufluss waren sie rund 17 € wert.

Was der Sparplan bisher gebracht hat

Meine Krypto-Position führe ich wie alles andere in Portfolio Performance. Die Kennzahlen bis zum 30. September 2026 sind ernüchternder, als die erste Zahl vermuten lässt:

Portfolio Performance, Ansicht Krypto bis 30. September 2026: True Time-Weighted Rate of Return kumuliert 65,63 Prozent, Interner Zinsfuß 5,81 Prozent, maximaler Drawdown 54,70 Prozent, maximale Drawdown-Dauer 359 Tage und länger, Volatilität 73,33 Prozent, Semivolatilität 50,56 Prozent, dazu die Heatmap der Monatsrenditen von 2024 bis September 2026 mit Ausschlägen zwischen minus 19,8 und plus 44,4 Prozent

  • 65,63 % zeitgewichtete Rendite (TTWROR) klingt großartig. Die Kennzahl misst aber, wie sich ein Euro entwickelt hat, der von Anfang an dabei war – egal, wie viel Geld wann investiert war. 2024 haben sich meine anfangs wenigen Euro mehr als verdoppelt (+106,6 %).
  • 5,81 % interner Zinsfuß (IZF) ist die Zahl, die für mein Geld zählt. Der Großteil meiner Einzahlungen kam erst nach der Rally 2024 und damit zu deutlich höheren Kursen dazu. Zum Vergleich: Mein Gesamtportfolio liegt beim IZF bei rund 12 % (Meine Strategie). Krypto ist bei mir also bisher der Baustein mit der schwächsten Rendite auf das eingesetzte Geld.
  • 54,7 % maximaler Drawdown: Seit dem Hoch Anfang Oktober 2025 lag die Position zeitweise mehr als die Hälfte unter ihrem Höchststand. Die „359+ Tage“ bedeuten: Bis zum 30. September 2026 war dieses Hoch noch nicht wieder erreicht.
  • Monatsrenditen zwischen −19,8 % und +44,4 %: Ein einzelner Monat bewegt bei Krypto mehr als bei meinen ETFs manchmal ein ganzes Jahr.

Ich bespare Bitcoin und Ethereum trotzdem weiter. Gerade weil die Schwankungen so groß sind, finde ich einen Sparplan mit festen Beträgen für mich besser als einzelne größere Käufe zum vermeintlich richtigen Zeitpunkt. Die aktuelle Phase halte ich sogar für eine gute Kaufphase: Nach dem Hoch im Oktober 2025 und den Tiefs zwischen Februar und August 2026 hat sich aus meiner Sicht seit einigen Monaten ein Boden gebildet. Das ist ausdrücklich nur meine persönliche Einschätzung – keine Prognose, keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung. Ob es wirklich ein Boden war, weiß man erst hinterher.

Ethereum-Staking bei BISON: so läuft es

Beim Staking stellt man seine ETH zur Verfügung, damit das Ethereum-Netzwerk Transaktionen absichern kann, und bekommt dafür neue ETH als Belohnung. Bei BISON passiert das auf Knopfdruck in der App: BISON bietet ETH-Staking seit Oktober 2024 an, meine erste Belohnung kam am 28. Oktober 2024. Neu gekaufte ETH landen allerdings nicht automatisch im Staking: Ich stake sie von Hand, meist einmal im Laufe des Monats.

BISON-App: links die Staking-Bedingungen „ETH staken: 2–5 % APR erhalten“ mit wöchentlichen Rewards, dem Hinweis, dass gestakte ETH nicht gehandelt oder ausgezahlt werden können, einer Wiederfreigabe zwischen 7 und 45 Tagen und dem Staking-Start ab dem ersten Folgetag; rechts die Übersicht mit 3.635,14 Euro Gesamtguthaben, den Knöpfen Einzahlen, Staken und Kaufen sowie 580,83 Euro im Staking und 15,36 Euro gesamten Rewards

Die wichtigsten Bedingungen laut BISON [1][2]:

  • Beworbene Rendite: 2 bis 5 % pro Jahr (APR). Die Höhe hängt vom Netzwerk ab und schwankt.
  • Auszahlung: wöchentlich, immer montags, in ETH. Mitmachen kann man ab 0,005 ETH.
  • Sperre: Gestakte ETH lassen sich weder verkaufen noch auszahlen. Die Wiederfreigabe dauert zwischen 7 und 45 Tagen, auch in dieser Zeit ist kein Zugriff möglich.
  • Anteil für BISON: 27 % der Staking-Belohnungen behält BISON ein.
  • Partner und Versicherung: Als Partner nennt BISON Staking Facilities und Munich Re. Das sogenannte Slashing-Risiko – Strafen des Netzwerks, wenn ein Validator Fehler macht – sei durch eine Versicherung abgedeckt.
  • Regulierung: BISON schreibt selbst, dass der Staking-Dienst „derzeit nicht unter MiCAR reguliert“ ist. Die Verwahrung der Coins ist reguliert, das Staking nicht.

Was beim Staking wirklich hängen bleibt

Jahr Belohnungen ETH Wert beim Zufluss Effektive Rendite
2024 (ab 28.10.) 10 0,00039592 1,24 € 2,4 %
2025 52 0,00324754 8,97 € 2,2 %
2026 (bis 28.09.) 39 0,00340782 6,44 € 1,9 %
Summe 101 0,00705128 16,65 €

Die effektive Rendite habe ich selbst aus meinen Buchungen gerechnet: jede Wochenbelohnung geteilt durch meinen ETH-Bestand, aufs Jahr hochgerechnet, davon der Median des Jahres. Weil ich dabei den ganzen Bestand ansetze, auch frisch gekaufte ETH, die ich erst im Laufe des Monats von Hand stake, liegt der echte Wert ein wenig höher. Im Oktober 2026 kamen bisher drei weitere Belohnungen über zusammen 0,00030199 ETH dazu.

Mein Ergebnis liegt damit am unteren Rand der beworbenen 2 bis 5 %, 2026 sogar leicht darunter. Das passt zu den 27 %, die BISON einbehält: Vor diesem Abzug entsprächen meine Werte rund 2,6 bis 3,3 % pro Jahr.

Ehrlich gesagt: Reich werde ich mit dem Staking nicht. Rund 17 € in zwei Jahren sind ein netter kleiner Nebeneffekt, den ich für ETH mitnehme, die ich ohnehin nicht verkaufen will. Der Preis dafür sind die Sperrfrist von bis zu 45 Tagen, ein Dienst, der nicht unter MiCAR fällt, und eine zusätzliche Zeile in der Steuererklärung.

Was BISON kostet

BISON verlangt für den Krypto-Handel keine Ordergebühr. Das Geld verdient BISON am Spread, also an der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Für Bitcoin und Ethereum liegt der anteilige Spread laut BISON bei durchschnittlich 1,25 % je Kauf oder Verkauf, bei allen anderen Coins bei 1,75 % [1].

Bei meinen 3.490 € an Käufen sind das grob 44 €. Bei 100 € im Monat zahle ich so rund 15 € im Jahr, und beim Verkauf fiele noch einmal etwa derselbe Satz an. Kostenlos sind laut BISON die Ein- und Auszahlung in Euro per Überweisung, die Ein- und Auszahlung von Kryptowerten und die Verwahrung. Wer per Karte, Apple Pay oder Google Pay sofort einzahlt, zahlt 2,49 % [1].

Zur Einordnung: Stiftung Warentest hat im Juli 2026 15 Krypto-Handelsplattformen verglichen, darunter BISON. Die Kosten für einen Bitcoin-Kauf über 1.000 € lagen zwischen 1,50 € und 15 € [14]. Mit dem durchschnittlichen Spread von 1,25 % käme BISON nach meiner Rechnung auf 12,50 € – also eher ans teure Ende dieser Spanne. Den Einzelwert für BISON nennt Warentest nur hinter der Bezahlschranke.

Steuern: was bei mir anfällt

Allgemeine Darstellung nach Gesetz und BMF-Schreiben, keine Steuerberatung. Wie es in deinem Fall aussieht, kann dir nur ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein beantworten.

Verkauf: Gewinne aus Bitcoin und Ethereum sind private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG. Liegen zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb eines Jahres bleibt er nur steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr weniger als 1.000 € beträgt [15]. Ich habe bisher nichts verkauft. Für die Haltefrist gibt es in der App bei jedem Coin einen Haltefrist-Tracker – ausprobiert habe ich ihn noch nicht, weil ich ihn ohne Verkauf bisher nicht gebraucht habe.

BISON-App: links die Bitcoin-Seite mit einem Kurs von 71.879,04 Euro, meinem BTC-Bestand von 0,04221005 BTC im Wert von 3.034,02 Euro und dem Haltefrist-Tracker; rechts der Markt mit den Reitern Krypto, Aktien, ETFs, Rohstoffe und Long/Short sowie Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana, Litecoin und Bitcoin Cash

Staking: Die Belohnungen sind Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG. Sie sind nicht steuerpflichtig, wenn sie zusammen mit anderen Einkünften dieser Art weniger als 256 € im Kalenderjahr betragen [16]. Laut BMF zählt der Marktkurs beim Zufluss, die erhaltenen ETH gelten als angeschafft, und das Staking verlängert die Haltefrist nicht auf zehn Jahre [17]. Für jede Wochenbelohnung beginnt also eine eigene Jahresfrist. Ich trage die Erträge in die Anlage SO ein: Für 2025 waren es 8,97 €, für 2026 rechne ich mit rund 9 €.

Aufzeichnungen: Das BMF verlangt, dass jede Anschaffung und Veräußerung nachvollziehbar ist. BISON bietet dafür einen Info-Report und einen CSV-Export, für einen ausführlichen Steuerbericht verweist BISON auf Blockpit und gibt dort 15 % Rabatt [11]. Ich führe zusätzlich jede Buchung in Portfolio Performance.

Neu seit 2026: Nach dem Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz erheben Anbieter wie BISON seit dem Kalenderjahr 2026 Daten über Käufe, Verkäufe und Übertragungen ihrer Kunden und melden sie an das Bundeszentralamt für Steuern [19].

Geplant, aber nicht beschlossen: Das Bundesfinanzministerium hat einen Referentenentwurf zur Reform der Krypto-Besteuerung vorgelegt (Stand 30.09.2026). Danach würden Gewinne aus Kryptowerten, die nach dem 31.12.2026 angeschafft werden, unabhängig von der Haltedauer mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag besteuert; auch Staking-Erträge, die ab 2027 zufließen, würden zu Kapitalerträgen. Coins, die bis Ende 2026 gekauft wurden, sollen die einjährige Haltefrist behalten. Den Steuerabzug sollen inländische Anbieter ab 2028 übernehmen [20]. Das Bundeskabinett hat den Entwurf am 14. Oktober 2026 nicht beschlossen, ein neuer Termin ist nicht bekannt [20].

Für mich hieße das: Meine Sparplan-Käufe ab Januar 2027 würden anders besteuert als alles, was ich bis dahin gekauft habe. Ich warte ab, was tatsächlich beschlossen wird. Bis dahin laufen meine Sparpläne weiter, solange sich nichts Grundlegendes ändert.

Warum ich mich für BISON entschieden habe

Als ich Anfang 2024 mit Krypto angefangen habe, gab es für mich drei Gründe für BISON. Seitdem hat sich am Markt einiges getan: Heute gibt es mehr Anbieter mit mehr Möglichkeiten als damals.

Echte Coins statt Wertpapiere

Bei Scalable Capital, wo mein Dividenden-Depot liegt, gibt es Krypto nur als börsengehandelte Wertpapiere, sogenannte Krypto-ETPs. Eine direkte Auszahlung auf eine private Wallet ist dort laut Scalable-Hilfeseite „technisch nicht möglich“ [13]. Ich wollte die Coins selbst besitzen.

Damit hängt auch die Steuer zusammen: Ein ETP ist ein Wertpapier, Gewinne daraus fallen in der Regel unter die Abgeltungsteuer. Die Steuerfreiheit nach einem Jahr gibt es nach § 23 EStG für die Coins selbst [15][18]. Nach dem Referentenentwurf fiele dieser Unterschied für Käufe ab 2027 allerdings weg.

Die Möglichkeit, Coins auf eine eigene Wallet zu übertragen

Bei BISON kann ich meine Coins auf eine eigene Wallet übertragen, kostenlos und nur auf Wallets, deren wirtschaftlich Berechtigter ich selbst bin [1]. Gestakte ETH müssten vorher 7 bis 45 Tage lang freigegeben werden. Genutzt habe ich das bisher nicht – mir ging es um die Möglichkeit.

Damit ist BISON inzwischen nicht mehr allein: Trade Republic erlaubt seit dem 14. November 2025 ebenfalls, rund 50 bis 60 Coins an externe Wallets zu senden und von dort zu empfangen, inklusive Staking [12]. Auf Trustpilot berichten einige BISON-Kunden von langsamen Krypto-Auszahlungen [10].

Die Börse Stuttgart im Hintergrund

Mit der Börse Stuttgart im Hintergrund hatte ich einen größeren Vertrauensvorschuss als bei unbekannteren Krypto-Plattformen. Außerdem ging ich davon aus, dass mir ein deutscher Anbieter bei Steuerfragen und im Support das Leben leichter macht.

Laut Impressum ist BISON ein Angebot der EUWAX AG in Stuttgart, die von der BaFin beaufsichtigt wird [4]. Die App betreibt die Boerse Stuttgart Digital Broker GmbH, die Coins verwahrt die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH [5]. Boerse Stuttgart Digital hat im Januar 2025 als erster deutscher Krypto-Anbieter eine EU-weite Lizenz nach der europäischen Krypto-Verordnung MiCAR erhalten [6]. Dieselbe Infrastruktur nutzen inzwischen auch Banken: Bei „meinKrypto“, dem Krypto-Angebot der Volks- und Raiffeisenbanken, verwahrt die Boerse Stuttgart Digital Custody die Coins, gehandelt wird über die EUWAX [7]. Für das Krypto-Angebot der Sparkassen liefert Boerse Stuttgart Digital der DekaBank die Liquidität [8]. Nach eigenen Angaben hatte BISON im Januar 2026 mehr als eine Million aktive Nutzer [9].

Zur Einordnung gehört: Kryptowerte sind nicht durch die Einlagensicherung geschützt. Nach deutschem Recht gilt ein verwahrter Kryptowert als dem Kunden gehörig – außer der Kunde hat Verfügungen für Rechnung des Instituts oder Dritter zugestimmt [21]. Ob und wie sich das beim Staking auswirkt, kann ich nicht beurteilen. Das Staking selbst ist laut BISON nicht unter MiCAR reguliert [2].

Steuern und Support

Einen fertigen Steuerreport bietet BISON nicht: Es gibt einen Info-Report und einen CSV-Export, für einen ausführlichen Bericht verweist BISON auf Blockpit [11].

Den Support habe ich bisher nie gebraucht. Laut BTC-ECHO läuft der Kontakt über ein Formular, einen Live-Chat gibt es nicht [5]. Auf Trustpilot hat BISON 3,8 von 5 Sternen bei 1.711 Bewertungen, 51 % geben fünf Sterne, 23 % einen Stern [10]. Gelobt werden die einfache App und einzelne freundliche Support-Mitarbeiter, kritisiert werden langsame Antworten, langsame Krypto-Auszahlungen und die Gebühren.

Mein Fazit zu BISON

Ich bin mit BISON sehr zufrieden. Für meinen Zweck – ein kleiner Sparplan, kaufen und liegen lassen – passt die Plattform genau: echte Coins, eine regulierte Verwahrung in Deutschland, eine übersichtliche App und ein Sparplan, der seit Anfang 2024 einfach mitläuft. Würde ich heute neu starten, würde ich wieder bei BISON anfangen. Die Kosten liegen nicht am unteren Ende, und beim Staking kommt weniger an, als die beworbene Spanne vermuten lässt – bei meinen Beträgen fällt beides für mich aber kaum ins Gewicht. Das ist meine persönliche Erfahrung; welcher Anbieter zu dir passt, hängt von deinen eigenen Zielen ab.

Theoretisch kann man bei BISON auch Aktien, ETFs und Rohstoffe handeln. Das nutze ich bewusst nicht: Mein BISON-Depot ist nur für Krypto da, ETFs und Aktien liegen bei der ING und bei Scalable.

Meine Erwartungen und was die Zahlen bisher zeigen

Was ich mir von Bitcoin erhoffe, habe ich oben beschrieben. Das zeigen meine bisherigen Zahlen und aktuelle Marktdaten dazu:

Gleichlauf mit dem Aktienmarkt: Laut Internationalem Währungsfonds lag die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 in den Jahren 2017 bis 2019 bei 0,01, in den Jahren 2020 und 2021 bei 0,36 [22]. Laut LSEG-Daten stieg sie 2025 im Schnitt auf 0,5, nach 0,29 im Jahr 2024; beim Nasdaq 100 auf 0,52 nach 0,23 [23]. Kurzfristig bewegen sich Bitcoin und Aktien also inzwischen deutlich ähnlicher als früher. Auf Jahressicht ist Krypto in meinem Depot dagegen eigene Wege gegangen, 2025 allerdings nach unten: Meine Depots standen bei +7,3 %, Krypto bei −17,7 %. Einen Puffer wie meine P2P-Kredite, die 2022 ein Plus gemacht haben, während meine Depots 17,7 % verloren, hatte ich mit Krypto bisher noch nicht.

Regulierung und große Anleger: In den USA gibt es seit Januar 2024 Bitcoin-Spot-ETFs, im März 2025 haben die USA per Erlass eine strategische Bitcoin-Reserve eingerichtet – gefüllt mit beschlagnahmten Bitcoin, die nicht verkauft werden dürfen; Käufe sind nur vorgesehen, wenn sie den Haushalt nicht belasten [24]. In der EU gilt seit Ende 2024 die MiCAR. Die Schwankungen sind trotzdem groß geblieben: Nach dem Rekordhoch von über 126.000 US-Dollar Anfang Oktober 2025 [23] lag meine Position zeitweise 54,7 % unter ihrem Höchststand.

Rendite: Bitcoin zahlt weder Zinsen noch Dividenden, die Rendite hängt davon ab, was andere künftig dafür zahlen. Mein bisheriger IZF von 5,81 % liegt deutlich unter dem meines Gesamtportfolios – nach nicht einmal drei Jahren ist das aber auch nur eine Momentaufnahme.

Am Grund für die Beimischung ändert das für mich nichts, an ihrer Größe auch nicht. Gerade weil sich die Entwicklung nicht vorhersagen lässt, bleibt Krypto bei höchstens 5 % meines Vermögens, und ich spare weiter mit festen Beträgen.

Häufige Fragen

Ist BISON seriös? BISON ist ein Angebot der EUWAX AG aus der Gruppe Börse Stuttgart, beaufsichtigt von der BaFin [4]. Die Coins verwahrt die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH mit MiCAR-Lizenz [5][6]. Dieselbe Infrastruktur nutzen auch die Volks- und Raiffeisenbanken [7]. Auf Trustpilot liegt BISON bei 3,8 von 5 Sternen [10]. Eine Einlagensicherung für Kryptowerte gibt es bei keinem Anbieter.

Was kostet BISON? Keine Ordergebühr, aber ein Spread von durchschnittlich 1,25 % je Kauf oder Verkauf bei Bitcoin und Ethereum, 1,75 % bei anderen Coins. Verwahrung sowie Ein- und Auszahlungen per Überweisung sind kostenlos [1].

Wie hoch ist die Staking-Rendite bei BISON? BISON wirbt bei Ethereum mit 2 bis 5 % pro Jahr und behält 27 % der Belohnungen ein [1][2]. Bei mir kamen effektiv 2,4 % (2024), 2,2 % (2025) und 1,9 % (2026 bis September) heraus.

Muss ich Staking-Erträge versteuern? Staking-Erträge sind nach § 22 Nr. 3 EStG steuerpflichtig, wenn alle Einkünfte dieser Art im Jahr zusammen mindestens 256 € erreichen [16][17]. Ich trage meine in die Anlage SO ein. Ob und wie das in deinem Fall gilt, beurteile ich nicht.

Kann ich meine Coins von BISON auf eine eigene Wallet übertragen? Ja, laut BISON kostenlos, aber nur auf Wallets, deren wirtschaftlich Berechtigter du selbst bist. Gestakte ETH müssen vorher 7 bis 45 Tage freigegeben werden [1][2].

Beantwortest du meine Frage zu meinen Krypto-Steuern? Nein. Zu einzelnen Steuerfällen beantworte ich keine Fragen – weder in Kommentaren noch per Mail oder auf Instagram. Dafür sind Steuerberater und, soweit sie befugt sind, Lohnsteuerhilfevereine da.

Wie es weitergeht

Ich aktualisiere diesen Artikel, sobald klar ist, was aus der geplanten Krypto-Besteuerung wird. Vor der Steuererklärung 2026 zeige ich in einem eigenen Artikel, wie ich die Staking-Erträge in der Anlage SO eintrage. Wie Krypto in mein Gesamtportfolio passt, steht auf Meine Strategie, und was mein Depot im Vergleich zu meinem Hauskredit macht, auf Projekt Schuldenfrei.

Noch einmal zur Einordnung: Dieser Artikel beschreibt meine eigenen Käufe, Buchungen und Erfahrungen bei BISON. Er ist keine Empfehlung, Kryptowerte zu kaufen oder einen bestimmten Anbieter zu nutzen. Kurse, Kosten, Bedingungen und Gesetze ändern sich; maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben der Anbieter und der Finanzverwaltung.

Quellen

Stand aller Quellen: 25. Oktober 2026.

  1. BISON: Gebühren und Kosten
  2. BISON: Ethereum Staking
  3. BISON: Krypto-Sparplan
  4. BISON: Impressum
  5. BTC-ECHO: BISON App – Test und Erfahrungen (10/2026)
  6. Boerse Stuttgart Digital: Pressemitteilung vom 17.01.2025 zur MiCAR-Lizenz
  7. BTC-ECHO: Bitcoin direkt bei der Volksbank (13.01.2026)
  8. Mondo Visione: Boerse Stuttgart Digital And DekaBank Expand Their Partnership In Crypto Trading (13.10.2025)
  9. Startbase: BISON erreicht eine Million aktive Nutzer im Krypto-Handel (27.01.2026)
  10. Trustpilot: Bewertungen zu bisonapp.com
  11. BISON-Blog: Blockpit-Integration und Rabatt (03.12.2024)
  12. extraETF: Trade Republic mit Crypto-Update: Wallet für Senden und Empfangen von Assets (14.11.2025)
  13. Cryptoticker: Krypto-Anbieter: Auszahlung und Selbstverwahrung (16.09.2026, aktualisiert 25.10.2026) mit Zitat aus dem Scalable-Hilfe-Center
  14. Stiftung Warentest: Krypto-Broker-Vergleich (09.07.2026)
  15. § 23 EStG (Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 Satz 5)
  16. § 22 EStG (Nr. 3)
  17. Bundesfinanzministerium: Einzelfragen zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung bestimmter Kryptowerte, BMF-Schreiben vom 06.03.2025 (Rn. 48, 48a; Abschnitt „Keine Verlängerung der Veräußerungsfrist auf zehn Jahre“)
  18. § 20 EStG
  19. § 21 Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz (KStTG)
  20. bitcoin-tax.de: Referentenentwurf zur Krypto-Abgeltungsteuer (Rechtsstand 30.09.2026, aktualisiert 18.10.2026); Ruge Fehsenfeld: Krypto-Besteuerung ab 2027 (10.09.2026); Cryptoticker: Krypto-Haltefrist: Kabinettstermin ohne Beschluss (15.10.2026, aktualisiert 25.10.2026)
  21. § 45 Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) (Abs. 1)
  22. Internationaler Währungsfonds: Crypto Prices Move More in Sync With Stocks, Posing New Risks (11.01.2022)
  23. Reuters via MarketScreener: Bitcoin's 2025 rollercoaster may end on a low (09.12.2025)
  24. The White House: Establishment of the Strategic Bitcoin Reserve and United States Digital Asset Stockpile (06.03.2025)

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